Morgendämmerung im Fichtenwald. Eifelsteig Etappe 8, kurz hinter Mirbach.
Morgendämmerung im Fichtenwald. Eifelsteig Etappe 8, kurz hinter Mirbach. Foto © Tina Urban.

Dieser November stand ganz im Zeichen das Draußenseins und das sowohl wörtlich als auch metaphorisch.

Ab in die Pilze

Der Sommer hat recht trockene Waldböden hinterlassen und ich war Anfang Oktober bereits viel im Wald unterwegs und recht frustiert, da ich auch potenziell vielversprechenden Pilzgebieten (verlässliche Funde die letzten Jahre) kein Glück hatte. Zu wenig Regen.

Endlich! Ich war schon ganz kurz davor neiderfüllte Hasskommentare unter die Pilzsammelvideos auf youtube zu setzen. #draussen #pilze #maronenröhrling
Ich, am 19. Oktober auf twitter

Ende Oktober/Anfang November sah das Ganze nach ergiebigen Regenfällen schon anders aus. So zog es mich regelmäßig für die Pilze in den Wald, meistens war auch die anschließende Pilzpfanne drin. Neben meiner bevorzugten Beute, den Maronenröhrlingen, fand ich dieses Jahr auch Birkenröhrlinge und Hexenröhrlinge, die ich vorher überhaupt nicht kannte (Danke Tina1 für die Pilzexkusion!). Ab und an kamen, wie hier zu sehen, noch ein paar feudale Steinpilze dazu.

Steinpilze größer als die Hand
Liebling, ich habe die Hände geschrumpft😵😱👋💪🍜!

Normalerweise hätte ich obiges Bild auch auf Twitter gepostet…

Läuft.

Mir setzen die kürzer werdenden Tage, das schwindende Licht und eine Konsquenz der Corona-Maßnahmen, seit Anfang November kein regelmäßiger Sport schon zu. Ich laufe jetzt regelmäßig, drei mal die Woche sind es schon. Das ist häufiger als 2018, als ich mich auf den Halbmarathon vorbereitet habe. So bekomme ich ich das einigermaßen gut kompensiert. Mittlerweile sehe ich meine eigenen Steigerungen:

  • 4 Sprints bergauf ( 2 x Katzenbuckel, 2 x Zoobrücke/Jugendpark), danach noch Puste.
  • Wo ich Anfang des November meinen fetten Wanst und mein eigenes Gewicht während der Workouts im Rheinpark schwer einmal gezogen bekommen habe, bin ich bei den Klimmzügen mittlerweile bei drei Sets a’ drei. Tendenz steigend.
  • Ich hatte mehr als einmal das Gefühl, als könnte mein Gürtel ein Loch mehr in die engere Richtung vertragen.

Ich bin Wildnispädagoge!

Ich habe die in Kalenderwoche 10 begonnene Ausbildung zum Wildnispädagogen trotz COVID-19 abschließen können. Das Lernen von Naturkunde, Bushcraft- und Survialfertigkeiten und das Draußensein waren für mich der Motivator und viel wichtiger als Abschluss und das dazugehörige Zertifikat. Ich habe während diese Zeit wirklich tolle Leute kennengelernt, mit denen ich dazwischen und drüber hinaus Kontakt halte. Das Camp2 ist ein toller Ort und das ist auch schon der dritte Kurs, der mich wieder nach Dahlem zu Uwe geführt hat. Die Ausbildung hat mir viel gegeben und hat mich persönlich weitergebracht.

Aber was mache ich jetzt mit der Ausbildung? Mal ins Blaue gedacht:

  • Nächstes Jahr noch Wildnispädagogik 23 dranhängen und das Gerlernte vertiefen
  • Wissen pro bono mit Paul zusammen an seine ehemalige Pfadfindergruppe vermitteln
  • Wildnis, Bushcraft und Survival für Manager, Führungskräfte und Coaches gewürzt mit tiefen Naturerleben und einer Prise Achtsamkeit

November ohne Twitter

Screenshot: Mail, Du hast 121} aktuelle Mitteilungen auf Twitter
Screenshot: Mail, Du hast 121} aktuelle Mitteilungen auf Twitter

Twitter ging mir auf den Sack oder vielleicht auch wie ich Twitter nutzte. Ich habe mich häufig in einen Abwärtsstrudel von Threads begeben.
Anfang des Jahres Omagate4, heute z.B. Corona.
Fremdschämen, Facepalm, Schockiertsein über schwindende Vernunft über eine Verrohung der Debatte mit 280 Zeichen.
Resultat: Schlechte Laune und viel verlorene Zeit.

Es ist wie ein Autounfall, man kann nicht wegschaun.
Redewendung

Deshalb habe ich mir bereits Ende Oktober vorgenommen den November twitterfrei zu verbringen.
Während der Nachrichtenindikator bei der TwitterApp auf meinem Tablett bei 21 stagniert, schreibt mir Twitter alle zwei Tage an um mich mit einer stets wachsenden Zahl an Mitteilungen zu locken.
Läuft gut, damit mach ich erstmal weiter.

Winterbackpacking Learnings

Lagerfeuer im Wald, Symbolbild.
Lagerfeuer im Wald, Symbolbild👆. Foto © Tina Urban.

Ich habe mich dem Vorhaben meines Wildnispädagogik Alumni Paul angeschlossen, den Eifelsteig5 im Norvember/Dezember inklusive Draussenschlafen zu wandern und habe ihn 2 Etappen (Etappe 76 und 87, von Blankenheim bis Hillesheim) lang dabei begleitet.
Wir hatten durchgehend Minusgrade, nachts sogar sechs Grad unter Null.

Vereister Dreimühlen-Wasserfall bei Nohn, Eifelsteig, Etappe 8
Vereister Dreimühlen-Wasserfall bei Nohn, Eifelsteig, Etappe 8

Das sind meine Learnings vom Winterbackpacking:

  • Das restliche Wasser im Wasserfilter kann gefrieren. Ergo kein Filtern und somit kein Wasser.
    Wasserentkeimungstabletten gehören im Winter mit ins Gepäck.
  • Ein Trinkschlauch ist spätestens nach einer Nacht draußen nicht mehr nutzbar.
  • Eine Wasserflasche im Rucksack friert nicht so schnell wie eine am Rucksack. und Eis bekommste nicht gut aus der Flasche raus.
  • Schütze Elektronik, wie z.B. Mobiltelefone und Powerbanks vor der Kälte und somit vor Entladung.
  • Alte (gesäuberte) Trekkingnahrungstüten eignen sich gut als Behältnis zum selber Müsli mischen, transportiern und verzehren. So bleibt der Topf sauber für den zweiten Kaffee.
    Bsp. Haferbrei, geschrotete Leinsamen, gehackte Nüsse, Rosinen, Eiweiß- und Milchpulver und etwas Zucker.
  • Der Kaffee darf nicht ausgehen, lieber mehr mitnehmen und dafür wieder zurückschleppen. Es sind nur ein paar Gramm.
Kalter und klarer Wintermorgen, die Sonne scheint durch den Fichtenwald. Eifelsteig Etappe 8, kurz hinter Mirbach.
Kalter und klarer Wintermorgen, die Sonne scheint durch den Fichtenwald. Eifelsteig Etappe 8, kurz hinter Mirbach.

Danke Tina1 für die tollen Bilder und die gute Gesellschaft und Paul für den Trip und das Teihabenlassen!